Plan: Autohaus der Superlative

von Kira Fröhlich | 30. Mai 2010 | Kategorie: Gerüchteküche  |  6 Kommentare

Den klangvollen Namen "Autopia Europia" soll es tragen, das größte Autohaus der Welt - Standort Istanbul. Dort plant man auf über zwei Millionen!!! Quadratmetern und fünf Etagen neben einer Unzahl von Autos auch über 200 Händler mit über 440 Automarken sowie 2526 verschiedenen Autotypen, außerdem Shops für Autoteile, 48 Werkstätten, 42 Versicherungsinstitute sowie 24 Banken unterzubringen. Und natürlich Restaurants. Alles vor Ort also für den hemmungslosen Autokaufrausch - oder (bei kleinerem Budget) den Autowachs und Kühlflüssigkeitskonsum.

Mutig oder verrückt?

Ein durchaus respektables Projekt also, was man da plant. Groß, größer, am größsten. Doch selbst zwei Millionen Quadratmeter erscheinen noch nicht genug zu sein - deswegen soll auch das Dach noch gleich mitgenutzt werden: Hier soll eine Testparcous entstehen. Die Investoren planen außerdem eine Garage für 900 Fahrzeuge zu schaffen, welche die erwarteten sechs Millionen Besucher pro Jahr mitsamt ihren Fahrzeugen beherbergen soll. Natürlich gehören Risko und Unternehmertum zusammen wie Autos und Motorenlärm, doch könnte es eventuell sein, dass ein klein wenig, wirklich nur ein bisschen, zu groß geplant wird?? Was will der durchschnittliche Autofahrer in so einem Riesenautokaufhaus?
Autopia / Utopia -  Gut, da der Baubeginn gerade erst angefangen hat, hat man ja noch ein paar Jahre Zeit, Werbung zu machen...

P.S. Der Name "Autopia" ist übrigens von einem anderen populären Fahrgeschäft "entliehen" - aus dem Disneyland. Disneyland oder Horrorkabinett - das ist hier die Frage!

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6 Comments

  • wolli schrieb am 31.5.2010, 1:26 Uhr

    Photo by [Name] Ich merke schon, dass man die Gefühle des Verlorenseins in Gebäuden dieser Grössenordnung in Wort und Schrift überhaupt nicht weitervermitteln kann. Grosse Ansammlungen von Läden unter einem Dach gibt es auch in Paris, in Brüssel, oder auch in München im Olympiazentrum. Es ist hier wie der Besuch von Messehallen, zwar riesig, aber man erkennt immer noch die Grenzen. Stellt euch mal vor, ihr werdet wach und befindet euch in einem Ruderboot mitten auf dem Meer. Rundum kein Land in Sicht, nur Wasser und Horizont. Obwohl ihr wisst, dass ihr nur 20 Seemeilen weit abgetrieben seid, kommt wegen des Richtungsverlustes Panik auf. So ungefähr war das auch in diesem Horten. Natürlich waren auch hier überall Hinweisschilder. Aber man fühlte sich wie in einem Labyrinth. Steht zum Beispiel auf einer Hinweistafel mit 100 Wegweisern, dass die Schreibwarenabteilung mit Ansichtskarten etwa 200 Meter diagonal weit weg ist, dann läuft man nach dieser Strecke zum Beispiel 50 Meter davon entfernt vorbei, ohne es zu bemerken. Ändert man nun seine Richtung, ist die Orientierung nun komplett verlorengegangen. Es ist wie im Aachener Klinikum. Auch 250 Meter lang, U-Form und zwölf Stockwerke. Und nun der Knüller. Die Aufzüge gehen nicht etwa über alle Stockwerke. Nein!!! Der erste Aufzug geht vom 2. Kellergeschoss nur bis zum dritten Stock. Dann läuft man durch unzählige Korridore, Abzweigungen und Hallen bis zum nächsten Aufzug, fährt mit dem ein Stockwerk nach unten und erreicht dann nach weiteren Irrwegen einen Aufzug, der dann vom dritten Stock bis ins 12. Obergeschoss führt. So ungefähr war das auch beim Horten. Und wie gesagt, vorstellen kann man sich das nicht, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Natürlich ist das eine Herausforderung an die Logistik. Hier aber waren weder der Architekt noch die Geschäftsleitung der Aufgabe gewachsen. Als wir mit unseren Fahrrädern (wir hatten eine Radtour von Aachen nach Bremen gemacht) vor dem Gebäude Halt machten, sind wir von mehreren Passanten gewarnt worden, das Gebäude zu betreten. Wir würden uns bestimmt verlaufen. In diesem Augenblick hatten wir noch über diesen gut gemeinten Rat geschmunzelt, ja, bis ..................!!!! ...Wolli
  • jogi schrieb am 30.5.2010, 11:48 Uhr

    Photo by [Name] Bei solch einem Projekt, nehme ich mal an das man in einem solchen Gebäude nicht nur Autos kaufen kann, sondern auch Zubehörteile jeglicher Art......Durch das Internet nehmen Käufer oft weite Anreisen in Kauf.....Wenn die Preise stimmen, kann ich mir schon vorstellen, das solch ein Projekt auch ein Erfolg werden kann........Jogi
  • Auto-Fan schrieb am 30.5.2010, 11:42 Uhr

    Photo by [Name] Also ich kann mir keinen Erfolg von so einem Vorhaben vorstellen.Erstens ist ein Autokauf keine Badehose und alltägliches Geschäft. Zweitens ist dies doch dann nur ein großer Basar in dem dann nicht viel gekauft wird und nur Gucker kommen. Es wird im ersten Moment eine Faszination sein, aber dann wird es durch zunehmende Schließung der einzelnen Händler zu einem abgewrackten Großprojekt verkommen. Wer in der Türkei soll diese Menge an Autos und Zubehör kaufen? Es gibt doch nur in den Großstädten eine gewisse Klientel die sich vielleicht ein Auto kaufen kann, in den ländlichen Regionen ist doch noch der Eselskarren in der Garage, wenn überhaupt eine vorhanden ist. Die Türken haben doch selbst mit dem TÜV der eingführt wird,ihre Probleme. Welcher Europäer fährt mal eben in die Türkei und kauft sich dort während des Urlaubs mal eben dort ein Auto?Es könnten höchstens die Griechen sein, die ja,Deutschland finanziert, dort Autos kaufen können. Es ist mit Sicherheit ein lohnendes Objekt für die islamistischen Sprengkommandos!
  • jogi schrieb am 30.5.2010, 10:24 Uhr

    Photo by [Name] Naja,.....solche Großprojekte sind natürlich für den Betreiber immer ein großes Risiko.......Aber warum nicht?....In anderen Branchen gibt es ja auch solche ähnlichen Kaufhäuser........Alles unter einem Dach und man kann bei jedem Wetter in Ruhe alles betrachten oder suchen.......Jogi
  • Auto-Fan schrieb am 30.5.2010, 10:10 Uhr

    Photo by [Name] Nach deiner Schilderung kommt es also eher auf das Leitsystem an. Ich persönlich würde es gar nicht so schlecht finden mal eben 6-8 Autohäuser an einem Tag abzuklappern mit Probefahrt auf der gleichen Strecke. um mich dann in ein Restaurant zu setzen um die Entscheidung fällen.
  • wolli schrieb am 30.5.2010, 2:47 Uhr

    Photo by [Name] Ob sich solche Monsterkaufhäuser beliebt machen, ist schwer vorauszusagen, da es hier in Deutschland kaum derartiges gibt. Ich war mal vor etlichen Jahren in Bremen und habe dort ein solches Kaufhaus erlebt. Es war eine Filiale von Horten, die es ja bekanntermaßen nicht mehr gibt. Die Front war etwa 300 Meter breit. Die Gebäudetiefe betrug geschätzt 180 Meter, und das Gebäude hatte 5 Stockwerke (Keller + 4 Stockwerke). Das größte Problem in einem solchen Monsterhaus ist die Orientierungslosigkeit. Man betritt das Gebäude durch einen der 10 Fronteingänge, und nach 50 Metern sieht man bereits keinen Horizont mehr. Man läuft weiter nach rechts, nach links, nach vorne, nach hinten und erreicht nie eine Außenwand. Was man unterwegs alles gesehen hat, findet man eh nicht wieder. Das Gleiche mit den Stockwerken. Um wieder hinauszufinden, mußten wir mindestens 25 mal fragen. Und gefunden haben wir übrigens nicht, was wir gesucht haben. Wer hier nicht gut zu Fuß ist, sollte ohne Rollschuhe erst garnicht hineingehen. Sie haben schnell zwei bis drei Kilometer auf der Suche nach irgendwelchen Sachen zurückgelegt. Solche Monsterhäuser passen wohl eher in Regionen, wo der nächste Supermarkt vielleicht 250 Kilometer entfernt ist, wie es in der Türkei ja wohl zutrifft. Hier findet man nur in den Großstädten die selbe üppige Auswahl wie in Deutschland, aber eben nur hier. Dazwischen, auf dem Lande, ist garnichts. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Spass macht, für den Kauf eines Autoreifens innerhalb des Gebäudes einen Kilometer weit laufen zu müssen. Aber vielleicht bekommt ja auch jeder Kunde am Eingang kostenlos ein Paar Inlineskater geliehen. Wer weiß? .... Wolli

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